José de San Juan (1687-1735)


Oratorium für Maria Magdalena

29. Oktober | 19:30
PAULUSKIRCHE, BASEL

30. Oktober | 19:30
JOHANNESKIRCHE, ZÜRICH

Das Oratorium Afectos de un alma reconocida al beneficio de su justificación, das der Maria Magdalena gewidmet ist, gehört zu einem Bestand von sieben Oratorien –von denen einige unvollständig erhalten sind–, die im Archiv der Congregación de San Felipe Neri in Palma de Mallorca aufbewahrt werden. Diese zwischen 1703 und 1727 entstandenen Werke stellen die ältesten Beispiele spanischsprachiger Oratorien dar, die bis heute überliefert sind.

Alle diese Oratorien weisen gemeinsame Merkmale auf: Sie sind in zwei Teile gegliedert, haben eine Gesamtdauer von etwa 60 bis 90 Minuten und verwenden eine kleine vokale und instrumentale Besetzung. Diese Eigenschaften sind durch ihren jeweiligen Aufführungskontext bedingt. Obwohl die in Palma de Mallorca erhaltenen Abschriften aus Valencia stammen, wo die Werke bereits aufgeführt worden waren, wurden einige dieser Oratorien ursprünglich für andere Institutionen komponiert. Dies gilt vermutlich auch für das Oratorium zu Ehren der heiligen Maria Magdalena, das von José de San Juan (1687-1735) in Madrid verfasst wurde, möglicherweise für das heute nicht mehr existierende Kloster Santa María Magdalena de la Penitencia, auch bekannt als das Kloster der „recogidas“ oder „arrepentidas“, das der Reintegration ehemaliger Prostituierter gewidmet war.

  • Das Oratorium zu Ehren der heiligen Maria Magdalena ist das einzige Oratorium von José de San Juan, das vollständig überliefert ist. Es entstand vermutlich zwischen 1711 und 1715 in Madrid, auf das Libretto eines unbekannten Autors. Im Jahr 1715 wurde es im Oratorio de San Felipe Neri in Valencia aufgeführt und später mehrfach auch in Palma de Mallorca, zuletzt noch 1749. Das Oratorium schildert mehrere Episoden aus dem Leben der Maria Magdalena vor der Passion Christi. In jeder dieser Episoden tritt die Figur der Versuchung auf, die Argumente vorbringt, um Maria von der Tugend abzubringen, während die Figuren des Göttlichen Lichts und des Engels diese Einwände widerlegen, sodass Maria Magdalena den eingeschlagenen Weg der Heiligkeit erfolgreich vollendet.

  • José de San Juan bekleidete von 1711 bis zu seinem Tod das Amt des Maestro de Capilla am Kloster der Descalzas Reales, eine der angesehensten Positionen im Madrid jener Zeit. Zuvor hatte er dasselbe Amt an der Kathedrale von Sigüenza inne, wo er bereits als Chorknabe ausgebildet worden war und wohin er nach einer ersten Ausbildungsphase in Madrid zurückgekehrt war. Obwohl ein erheblicher Teil seines Schaffens – darunter mehrere szenische Werke – verloren gegangen ist, sind zahlreiche geistliche Kompositionen von José de San Juan, sowohl in lateinischer als auch in der Volkssprache, in spanischen und amerikanischen Archiven erhalten.

  • Sänger:innen

    Victoria Cassano, Tiple I
    Carmen Callejas, Tiple II
    Daniel Folqué, Alto
    Martí Doñate, Tenor

    Instrumentalisten

    Soko Yoshida, Violine I
    Marguerite Wassermann, Violine II
    Carlos Leal Cardín, Cello
    Maria Bayley, Harfe
    Halldór Bjarki Arnarson, Orgel

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