Posta in Quartetti

Boccherinis Terzetti op. 54 (1796)

Die Streichtrios op. 54 markieren Boccherinis letzten Beitrag zu einer Gattung, in der er besonders produktiv war. Sie haben eine wechselvolle Editionsgeschichte, und von vier dieser Trios ist eine Fassung für Streichquartett in einer einzigen Handschriftenkopie überliefert, die heute in der Library of Congress in Washington aufbewahrt wird.

1851 schrieb Boccherinis Biograph Louis Picquot, dass „dieses schöne Werk [op. 54] von Boccherini selbst für vier Instrumente bearbeitet worden sei“, obwohl es ihm nicht gelang, eine entsprechende Quelle ausfindig zu machen. Yves Gérard äusserte sich in seinem 1969 veröffentlichten Katalog der Werke Boccherinis zurückhaltender zur Zuschreibung der Quartettfassung, bemerkte jedoch, dass „nur der Komponist selbst Bearbeitungen von einer derart hohen Qualität geschaffen haben könne“. Die Wiederentdeckung einer Abschrift von Boccherinis handschriftlichem Werkverzeichnis wirft nun neues Licht auf diese Frage: Der Eintrag zu Opera 54 trägt den Vermerk Posta in Quartetti und deutet damit auf Boccherinis Mitwirkung an dieser bislang unveröffentlichten Bearbeitung hin, die wir voraussichtlich erstmals in moderner Zeit zur Aufführung bringen werden.

Abschrift von Boccherinis handschriftlichem Werkverzeichnis, die Pierre Baillot gehörte (Bibliothèque nationale de France)

FR. 4. SEPTEMBER 2026 | 19:30 Uhr
Haus zum Kirschgarten, Basel (CH)
Eintritt frei - Kollekte

Germán Echeverri

Soko Yoshida

Lena Rademann

Carlos Leal Cardín